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Fair Trade-Kolumne

„Schöne neue Welten“

Viele kreative Wege, die konsumkritische Denkanstöße bieten und zum Handeln animieren!

 
 

Nicht nur im Internet finden sich zahlreiche kreative Ideen, die sich mit unserem Konsumverhalten und den weltweiten sozialen und ökologischen Folgen auf unterhaltsame, zum Teil auch schockierende und einprägsame Art befassen oder subversive Strategien verfolgen, um auf Missstände aufmerksam zu machen und gewohnte Wahrnehmungsmuster zu durchbrechen. Mittels verschiedener Protestformen, des bewussten Einsatzes von Begriffen und Bildern werden neue Sinnzusammenhänge geschaffen und alternative Handlungsweisen aufgezeigt. Dabei sind die Grenzen zur Kunst oftmals fließend, wie etwa das kreative Umgestalten von Werbeplakaten, dem sogenannten „Adbusting“ oder die Aneignung des öffentlichen Raums durch Graffitis jeglicher Art.

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Die  öffentliche  Wahrnehmung  verändern

Bereits seit den 1970 er Jahren existiert die gesellschaftskritische Bewegung des „Adbustings“, das so viel wie das „Kaputtmachen von Werbung“ bedeutet und damit auf die Zielsetzung der AktivistInnen verweist. Durch Montage, Umgestaltung und Neukontextualisierung von inhaltlichen Elementen auf Werbeplakaten kommt es zu Bedeutungsveränderungen, die sich gezielt gegen die Werbeindustrie und ihre Botschaften wenden, als auch gegen die stereotypen Bilder, die diese (re-)produziert. 
Um an Wänden und anderen Flächen im öffentlichen Raum Zeichen zu hinterlassen werden von AktivistInnen verschiedene Street Art Techniken angewandt, wie etwa das Wheatpasting, bei dem mittels einer selbst gerührten Paste aus pflanzlichen Bestandteilen Kunstwerke entstehen.

 
bankenskandal
 
bankenskandal

Quelle: http://www.attacmarburg.de/adbusting/?id=doku.bankenskandal

 
Den  eigenen  Blick  schärfen:  Film-Beiträge  auf  Youtube  &  Co

Auf der Internetplattform Youtube finden sich Videos, die auf eindringliche Art konsumkritische Sachverhalte vermitteln, wie etwa der Videoclip zu dem Song „All I need“ der Alternative-Rockband Radiohead, in dem der Alltag eines britischen Jungen mit dem eines gleichaltrigen Jungen verglichen wird, der in einer Textilfabrik schuften muss (http://www.youtube.com/watch?v=cdrCalO5BDs).
Oder der vierminütiger Film „Die Rechnung“ von Germanwatch mit den Schauspielern Benno Fürmann und Bjarne Mädel, der auf drastische Weise Lebensstile und Auswirkungen des Klimawandels einander gegenüberstellt. (http://www.youtube.com/watch?v=EmirohM3hac ).

 

Auch der Spot der Kampagne für Saubere Kleidung, CCC („Schön! Färber!“) setzt sich mit den katastrophalen Arbeitsbedingungen in Zuliefererfirmen auseinander, die Billigkleidung für Discounter wie Lidl oder Aldi produzieren, sowie angeblichen Kampagnen zur Sozial- und Umweltverträglichkeit, die eine Übernahme von Verantwortlichkeit seitens der Discounter suggerieren. Der Mitarbeiter „Färber“ wird angewiesen das Image des Unternehmens gehörig aufzupolieren, an den ausbeuterischen Praktiken an sich allerdings nichts Grundlegendes zu verändern: (http://www.youtube.com/watch?v=2JomPtm00yU )

 
animals save the planet

Quelle: http://www.nicoleengelhardt.de/category/
wordpress-category/witziges

 

Äußerst sympathisch kommen die Animals daher, die für die Rettung der Welt antreten: In kurzen, witzigen Trailern werden Tipps zum alternativen Handeln aufgezeigt, wie zum Beispiel beim Einkauf auf die Plastiktüte zum Mitnehmen zu verzichten und seinen eigenen „Beutel“ mitzubringen. http://www.youtube.com/watch?v=42HLOxVZAYo

 
Aktionen  rund  um  den  Konsum 

Seit ein paar Jahren wird nun auch in Deutschland eine Aktionsform praktiziert, die ursprünglich aus den USA kommt: Der „Carrotmob“. Hierzu treffen sich eine Menge engagierter Leute zu einem verabredeten Termin in einem Laden oder einem Restaurant, um eben diesem einen nie gekannten Umsatz zu bescheren und zudem den Bekanntheitsgrad zu erhöhen. Der/die InhaberIn hat sich zuvor dazu verpflichtet, von den Einnahmen einen gewissen Prozentsatz für energiesparende und andere umweltfreundliche Maßnahmen auszugeben und sich meistbietend gegenüber anderen Bewerbern durchgesetzt. Wie eine solche Aktion von statten geht, kann sich hier http://www.youtube.com/watch?v=4xXlX0sfKrY einen Videoclip zum Carrotmob in Berlin 2009 ansehen. Eine Anleitung zur Organisation und Durchführung eines Carrotmobs, sowie eine Auflistung der Dinge, die dabei zu beachten sind finden sich auf der Seite http://berlin.carrotmob.de/diy-anleitung-zum-selbermachen. Ziel der Aktionsform ist es, durch strategischen Konsum Bewusstsein zu schaffen und Veränderungen in sozialer und ökologischer Hinsicht zu bewirken. 

Klamotten, die seit Ewigkeiten ungenutzt im Schrank herumliegen, kann man zum Beispiel sehr erfolgreich bei einer Kleidertauschparty einsetzen und sich dabei noch ein schickes Teil zulegen. Einfach ein paar Freunde und Bekannte zusammentrommeln und schon kann der Kleidertausch losgehen. Am Besten bringt jeder noch was zu Knabbern und Getränke mit, damit zwischen den aufreibenden Phasen des Anprobierens auch eine gute Verpflegung gewährleistet ist.

 
konsum

Carrotmob in Berlin 2009. Quelle: http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/
anzeigen/482023

 
Weitere  Ideen  im  Netz

Zahlreiche Möglichkeiten, wie man im Kleinen die Welt verändern kann, bietet z.B. auch die Informations- und Aktionsplattform http://reset.to/, unter Kennern der Szene auch etwas abschätzig in die Kategorie der „Weltverbesserer-Seiten“ eingeordnet, welche den Einen oder die Andere aber vielleicht auf neue Ideen bringen kann, wie etwa die Organisation einer grünen & fairen Party. Für junge Erwachsene bietet auch der Beitrag zu nachhaltigen Jobs und Studiengängen interessante Anregungen.

 
„Weltverbessern  leicht  gemacht“

Wer sich für einen guten Zweck engagieren und seine Meinung kundtun will, aber noch nicht so recht weiß, in welcher Form er oder sie das genau tun möchte, der kann auch auf einen Ratgeber der Art „zehn kleine Dinge, die die Welt verbessern“ zurückgreifen. Kurz und bündig, als auch ansprechend illustriert, zeigt das Buch „Einfach die Politik verändern“ von Cornelia Philipp und Regina Carstensen (erschienen 2008 im Pendo-Verlag) Wege auf, sich zu informieren und aktiv zu werden. Dazu kann etwa das Erstellen einer persönlichen Linkliste mit den wichtigsten Seiten gehören, das Verfassen eines Blogs, die Einreichung einer Onlinepetition oder die Unterstützung einer Organisation…- mit viel Kreativität und einfacher Umsetzung lassen sich auch die sonstigen Couch-potatoes und Aktionsmuffel begeistern. Das Internet wie auch ein breites Angebot an Büchern bieten Anstöße, wie man sich in seiner Lebensumwelt einbringen und sein Konsumverhalten neu überdenken kann. Weitere Links findet Ihr auch auf der Seite: www.weltbewusst.org.

 
WELTbewusst

Das neue Projekt WELTbewusst von BUNDjugend und Weltladen-Dachverband dreht sich ganz um die Themen der Globalisierung und des nachhaltigen Konsums. In verschiedenen Städten Deutschlands werden konsumkritische Stadtrundgänge angeboten, die in einzelnen Stationen die Zusammenhänge zwischen dem eigenen Konsumverhalten und einigen globalen Auswirkungen beleuchten. Zusätzlich zu den Stadtführungen werden nun Projekttage an Schulen durchgeführt, die das Wissen über die Warenwelt, die uns tagtäglich umgibt erweitern und die Möglichkeit bieten, einzelne Themenschwerpunkte vertiefend zu behandeln. Im Rahmen dieser Projekttage soll auch ein Markt der Ideen entstehen, bei dem die SchülerInnen eigene Denkansätze und Handlungsstrategien zum Thema nachhaltiger Lebensstile und Globalisierung entwickeln.

 

Jana Stolz

 
 
 

FAIRJobbing.net ist die Website der gemeinsamen Jugendprojekte der Weltladen Dachverbände in Deutschland und Österreich