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Chancen, Trends, Aktionen im Fairen Handel

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FAQs  zum  Fairen  Handel

Was  ist  Fairer  Handel?

Fairer Handel ist eine Partnerschaft, die auf Dialog und Respekt beruht und nach mehr Gerechtigkeit im internationalen Handel strebt. Er trägt zu einer nachhaltigen Entwicklung bei, indem er bessere Handelskonditionen bietet und die sozialen Rechte benachteiligter Produzent/innen - insbesondere in den Ländern des Südens - sichert. Fair Trade Handelsorganisationen unterstützen Produzent/innen aktiv, tragen zur Bewusstseinsbildung bei und engagieren sich in Kampagnen mit dem Ziel, die Regeln und Praktiken des konventionellen Handels zu verändern.

 
Fair  Trade

Definition von FINE, Netzwerk der wichtigsten internationalen Akteure des Fairen Handels, 2001

 
 
 
Was  sind  die  Grundsätze  des  Fairen  Handels?

  • faire Preise für die Produzent/innen in den Ländern des Südens
  • langfristige und verlässliche Beziehungen zwischen den Handelspartner/innen
  • menschenwürdige Arbeitsbedingungen und Einhaltung von arbeitsrechtlichen Standards
  • keine ausbeuterische Kinderarbeit sowie Zwangsarbeit
  • Beratung und Begleitung bei Anbau, Produktentwicklung und Vermarktung sowie Hilfe bei der Finanzierung
  • schonender Umgang mit den natürlichen Lebensgrundlagen
  • Transparenz auf allen Handelsstufen

 
Wer  importiert  Waren  aus  dem  Fairen  Handel  und  wo  kann  ich  sie  kaufen?

Die Waren aus dem Süden werden von Fair-Handelshäusern importiert. In Deutschland und Österreicht gibt es über 15 Importorganisationen des Fairen Handels. Nach Deutschland liefern u. a. gepa, dwp, el puente und banafair. In Österreich sind die bekanntesten Lieferanten die EZA 3.Welt GmbH, Eine Welt Handel und dwp. Seit Anfang der 1990er Jahre werden fair gehandelte Waren auch durch das Fairtrade/Transfair-Gütesiegel gekennzeichnet. Sie sind überwiegend in den Fachgeschäften des Fairen Handels (Weltläden) erhältlich, auch Supermärkte bieten einzelne Produkte mit Fairtrade/Transfair-Siegel an.

 
 
Was  sind  Weltläden?

Weltläden sind Fachgeschäfte für Fairen Handel. Sie entstanden Anfang der 1970er Jahre in mehreren europäischen Ländern als Verkaufsstellen für fair gehandelte Produkte. Mittlerweile bieten sie ein breites Sortiment an Lebensmitteln, Textilien und Handwerksprodukten aus Asien, Afrika und Lateinamerika an:Schokolade, Säfte, Kaffee, Tee, Trockenfrüchte, Wein, Nudeln, Gewürze, Gläser, Musikinstrumente, Fußbälle, Schmuck, ....
In Deutschland gibt es rund 800 Weltläden, in Österreich insgesamt 84 Weltläden. Neben der reinen Verkaufstätigkeit betreiben sie Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit zu entwicklungspolitischen Themen und beteiligen sich an politischen Aktionen. Viele Weltläden werden ehrenamtlich betrieben – seit einigen Jahren stellen die Weltläden allerdings vermehrt bezahlte Kräfte ein, um die Arbeit zu verstetigen und zu intensivieren.

 
 
 
Was  sind  der  Weltladen-Dachverband  und  die  ARGE  Weltläden?

Der Weltladen-Dachverband in Deutschland und die ARGE Weltläden in Österreich sind die Dachorganisationen der Weltläden. Sie beraten die Weltläden, kümmern sich um Fort- und Weiterbildung der Mitarbeiter/innen und erstellen Arbeitshilfen und Werbemittel für alle Bereiche der Weltladenarbeit. Sie sorgen für bundesweite Vernetzung und die Koordination gemeinsamer Aktivitäten, betreiben Öffentlichkeitsarbeit für den Fairen Handel und initiieren Kampagnen zu entwicklungspolitischen Themen. Der Weltladen-Dachverband und die ARGE Weltläden sind Mitglied bei NEWS!, dem europaweiten Netzwerk von Weltläden.

Wer  sind  die  Produzent/innen?

Für den Fairen Handel produzieren Kleinbauern und Handwerker/innen aus Asien, Afrika und Lateinamerika. Sie sind in Kooperativen, Genossenschaften oder Familienverbänden organisiert. Auch Arbeiter/innen auf Fair-Handels-Plantagen und in Fair Trade-Textilfirmen sind in die Entscheidungsprozesse, z. B. über die Verteilung des Mehrpreises, involviert und arbeiten unter menschenwürdigen Bedingungen.

 
 
 
Welche  Vorteile  haben  Produzent/innen  durch  den  Fairen  Handel?

Die Produzent/innen profitieren von langfristigen und verlässlichen Handelsbeziehungen. Von den Partnern im Norden erhalten sie Marktinformationen, Beratung und Unterstützung bei der Entwicklung ihrer Produkte sowie Abnahmegarantien, die ihnen einen kontinuierlichen Marktzugang sichern. Fairer Handel wirkt als Türöffner: Viele kleinere Produzent/innen könnten ihre Produkte in den nördlichen Industriestaaten sonst gar nicht verkaufen. Außerdem unterstützen die Partner beim Umstieg auf biologische Produktionsweisen. Nicht zuletzt schafft der Faire Handel auch Öffentlichkeit für entwicklungspolitische Themen.

 
 
 
Was  ist  der  Faire  Preis?

Kaffee, Kakao und Orangensaft werden an internationalen Rohstoff-Börsen gehandelt. Auf ihre Preise haben die Produzent/innen keinen Einfluss, sie richten sich nach Angebot und Nachfrage. Beim Fairen Handel gibt es Mindestpreise, die von den Preisschwankungen auf dem Weltmarkt unabhängig sind. Der Faire Preis setzt sich aus garantiertem Mindestpreis und Fair Trade-Prämie zusammen. Für Handwerk und einige Lebensmittelprodukte existiert kein Weltmarktpreis. Hier orientieren sich die Importorganisationen an den Preisvorstellungen, die von den Produzent/innen selbst festgelegt werden.

 
 
 
Was  machen  die  Produzent/innen  mit  dem  Fairen  Mehrpreis?

Mit der Fair Trade-Prämie werden Schulen, Gesundheitszentren, Wohnbau, Umweltschutz und Frauenförderung finanziert. Die Produzentenorganisationen entscheiden selbständig, wie sie die Mehreinnahmen verwenden – ein Teil wird in den Organisationen behalten, z.B. für Soziales (Gesundheit, Pensionen, Kreditfonds, Weiterbildung, Bioanbau) oder zur Qualitätsverbesserung in der Produktion (LKW, Biogas-Anlagen). Den anderen Teil erhalten die Produzent/innen und ihre Familien direkt zur Verbesserung ihrer Lebensverhältnisse.

 
 
 
Kommt  der  Faire  Handel  auch  wirklich  den  Produzent/innen  zugute?

Faire Preise und lange Lieferbeziehungen sind überlebenswichtig für Kleinbauern im Süden, da ihre Produktionskosten schon lange kontinuierlich über den Weltmarktpreisen liegen. Der Faire Handel garantiert ihnen Preise deutlich über Weltmarktniveau. Produzenten- und Importorganisationen werden vor ihrer Aufnahme in das Fair Trade-System geprüft, ob sie die entsprechenden Kriterien erfüllen. In regelmäßigen Abständen wird auch bei den Produzent/innen vor Ort die Einhaltung der Fair-Handels-Kriterien, die Verwendung der Mehreinnahmen und die Entwicklung der sozialen Strukturen kontrolliert.

 
Siegelinitiativen

Die Kriterien für Fairen Handel werden von den Fair Trade-Siegelinitiativen erstellt und überprüft

 
 
 
 
Ich  möchte  mich  im  Fairen  Handel  engagieren,  was  kann  ich  tun?

Die Weltläden suchen immer wieder kreative und engagierte ehrenamtliche Mitarbeiter/innen für Verkauf, Veranstaltungen, Webdesign, Bildungsarbeit etc. Finde den Ansprechpartner in deinem Weltladen vor Ort im Weltladen-Finder unter http://www.weltladen.de oder http://www.weltlaeden.at. Möglichkeiten, selbst einen kleinen Weltladen zu eröffnen, zeigt die Rubrik Mach mit! Weitere gute Beispiele und Ideen gibt es unter Faire Praxis.

 
 
 

FAIRJobbing.net
Die Website der gemeinsamen Jugendprojekte
der Weltladen Dachverbände in Deutschland und Österreich